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Häufig gestellte Fragen

Jugendamt-FAQ

 
Das Jugendamt steht Dir mit Rat und Tat zur Seite. Hier findest Du Fragen, die Kinder und Jugendliche gestellt haben und unsere Antworten darauf. Vielleicht hilft Dir das schon weiter?
Wenn nicht, kannst Du uns auch gerne Deine Frage stellen oder gerne direkt zu uns ins Rathaus kommen! 

Jugendämter gibt es in Deutschland schon seit fast 100 Jahren! Im Jahr 1924 wurde unter Reichspräsident Friedrich Ebert das sogenannte „Reichsjugendwohlfahrtgesetz“ erlassen und im darauffolgenden Jahr, also 1925, wurden die ersten Jugendämter gegründet.

Auf jeden Fall solltest Du Dich an einen Erwachsenen wenden, dem Du vertrauen kannst. Erzähle Deinen Eltern davon oder geh zu einem Vertrauenslehrer oder einer Vertrauenslehrerin an Deiner Schule und berichte, was vorgefallen ist und wie Du Dich fühlst.
Wenn Du Dir dazu noch nicht sicher genug bist, kannst Du Dich auch erstmal im Internet informieren oder bei der Nummer gegen Kummer (0800-1110333) anrufen. Dort berät man Dich anonym. Das heißt, Du musst nicht mal Deinen Namen verraten und erhältst Rat und Hilfe von Profis.

Mobbing ist wirklich eine unfaire, gemeine und schlimme Sache. Lass Dir das nicht gefallen und trau Dich, einem Erwachsenen von Mobbingattacken zu berichten! Du stehst mit dem Problem auch nicht alleine da: Leider nimmt Mobbing zu und viele Kinder haben Probleme damit.

Du hast als Kind oder Jugendlicher leider keinen Rechtsanspruch auf Taschengeld. Es wird den Eltern jedoch empfohlen, ihren Kindern ein Taschengeld auszuzahlen, damit sie lernen, sich ihr Geld einzuteilen und damit vernünftig umzugehen. Die Höhe des Taschengeldes ist von den wirtschaftlichen Verhältnissen Deiner Eltern abhängig, das heißt, es kommt darauf an wie viel Geld die Familie hat und was davon alles bezahlt werden muss.

Von den Jugendämtern wird folgende Höhe empfohlen:

  • unter 6 Jahre 0,50 € pro Woche
  • 6 – 7 Jahre 1,50 – 2,00 € pro Woche
  • 8 – 9 Jahre 2,00 – 2,50 € pro Woche
  • 10 – 11 Jahre 13 – 15 € pro Monat
  • 12 – 13 Jahre 18 – 20 € pro Monat
  • 14 – 15 Jahre 23 – 26 € pro Monat
  • 16 – 17 Jahre 32 – 42 € pro Monat
  • Ab 18 Jahre 62 € pro Monat

In erster Linie geht es den Mitarbeitern um das Wohlergehen des Kindes. Es spielt also zum Beispiel keine Rolle, ob die Wohnung aufgeräumt ist, solange es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Entwicklung oder das Wohl des Kindes gefährdet sind.
Das ist aber zum Beispiel dann der Fall, wenn die Eltern drogenabhängig sind oder Gewalt ausüben. Dann bieten die Mitarbeiter des Jugendamtes der Familie Unterstützung an, um die Probleme zu lösen. Die Familien werden dann so lange betreut, bis es den Kindern wieder besser geht.

Auch für über 18-Jährige kann es noch Hilfen vom Jugendamt geben. Dann muss der Jugendliche den Antrag auf Hilfe allerdings selbst stellen, nicht mehr die Eltern. Das Jugendamt kann einem Jugendlichen beispielsweise dabei helfen, die Miete für eine eigene Wohnung zu bezahlen. Dies muss von dem Jugendlichen dann in seinem Antrag begründet werden, zum Beispiel, weil „erzieherischer Unterstützungsbedarf“ benötigt wird. Eine Begründung wie „ich möchte gerne eine eigene Wohnung haben“ reicht dafür nicht aus.

Wie lange ein Kind abends Ausgang hat, wie lange es auf der Straße spielen darf, ob es bei der Freundin übernachten darf usw. wird nicht vom Gesetz geregelt, sondern muss zwischen Eltern und Kindern verhandelt werden oder von den Eltern bestimmt werden.

Im Jugendschutzgesetz ist geregelt wie lange Kinder und Jugendliche z.B. in eine Disco gehen dürfen: An öffentlichen Veranstaltungen dürfen Kinder gar nicht teilnehmen. Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren dürfen bis 24.00 Uhr bleiben. Bei besonderen Veranstaltungen, die extra für Kinder und Jugendliche sind, gibt es Ausnahmen. Dann dürfen Kinder bis 14 Jahren bis 22.00 Uhr bleiben und Jugendliche von 14 bis 16 Jahren bis 24.00 Uhr.

Im Jugendschutzgesetz sind übrigens auch andere Dinge, wie die Abgabe von Alkohol und Zigaretten geregelt.

Es ist eigentlich gar nicht wichtig, ob Dein Zimmer aufgeräumt oder geputzt ist. Natürlich darf es keine verschimmelten Wände oder richtig verdreckte Fußböden haben, denn das wäre gesundheitsschädlich. Schließlich soll es Dir in Deinem Zuhause gut gehen.
Viel wichtiger als ein perfekt aufgeräumtes und ordentliches Zimmer ist es, ob ein Bett für Dich vorhanden ist, ob Du was zum Anziehen hast und dass Du genug zu Essen bekommst.
Die Mitarbeiter des Jugendamtes werden sich mit Dir unterhalten, denn sie möchten wissen, ob es Dir gut geht. Sie fragen Dich vielleicht nach Deinen Freunden, welche Hobbys Du hast und wie es in der Schule läuft. Auch über Deine Eltern werden sie mit Dir reden. Wenn Du möchtest und Deine Eltern einverstanden sind, kann dies auch ohne Deine Eltern passieren.

So eine Super Nanny, genauso wie du sie aus dem Fernsehen kennst, gibt es eigentlich gar nicht. Für das Fernsehen werden extra Situationen gestellt oder nur bestimmte Ausschnitte gezeigt, so dass dort alles viel einfacher erscheint als es in Wirklichkeit ist.
In Bielefeld gibt es keine Fernseh-Super Nanny, aber es gibt die „Familienhebammen“. Eine Familienhebamme betreut Familien, die ein Baby bekommen. Sie berät die Familie, was man für das Baby alles braucht - vom Bettchen bis zur Windel - und hat viele Tipps und Informationen für frisch gebackene Eltern parat. Sie zeigt den Eltern, wie man das Baby richtig badet und wickelt. Sie weiß genau, was ein Baby essen darf, warum es schreit oder wie man es beruhigen kann. So lernen die Eltern, wie man ein Baby richtig behandelt.
Sie hat auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der Eltern, steht mit Rat und Tat zur Seite, und ist allein damit schon eine tolle Hilfe.

Wenn Du gern mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten möchtest, ist es eine gute Idee, zunächst ein Praktikum in einem Kindergarten oder in einer Jugendeinrichtung zu machen. Vielleicht kannst Du ein Schulpraktikum oder einen Probetag absolvieren? Viele Einrichtungen nehmen Praktikanten. So kannst Du Dir ein Bild davon machen, ob ein Beruf, der viel mit Menschen, Hilfe und Beratung zu tun hat, der richtige für Dich ist.
Um später mal als Sozialarbeiter oder Sozialarbeiterin in einem Jugendamt zu arbeiten, benötigst Du ein Fachhochschulstudium. Das kannst Du zum Beispiel an einer Fachhochschule für Sozialarbeit machen. Noch ein Tipp: Es empfiehlt sich, dafür einen guten Schulabschluss zu machen. ;-)

Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort, die für alle gilt. Manche Kinder wohnen nach der Trennung der Eltern bei ihrer Mutter, andere bei ihrem Vater. Das ist in jedem Fall unterschiedlich und als Kind fühlt man sich manchmal ganz schön hin- und hergerissen.
Gut, dass es das Jugendamt gibt. Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes stehen Kindern zur Seite, wenn Eltern sich trennen. Du kannst einfach bei der Stadt- oder Kreisverwaltung des Ortes, in dem Du lebst, anrufen. Dann erklärst Du kurz, worum es geht und vereinbarst ein Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin. In dem Gespräch könnt Ihr gemeinsam herausfinden, welche Entscheidung die beste für Dich ist. Wenn Du möchtest, kannst Du zu dem Gespräch auch Deine Eltern mitbringen und Ihr lasst Euch zusammen beraten. Selbstverständlich kannst und darfst Du aber auch ohne Deine Eltern zu dem Beratungsgespräch kommen.

Diese Frage stellen sich viele Kinder, wenn die Eltern beschlossen haben, sich scheiden zu lassen. Natürlich möchte man alles dafür tun, dass das gar nicht erst passiert und Mama und Papa für immer zusammen bleiben.
Aber leider ist es so, dass Du das gar nicht beeinflussen kannst. Auch wenn Du es Dir noch so sehr wünschst.
Wenn sich Deine Eltern scheiden lassen wollen, dann hat das nichts mit ihrer Liebe zu Dir oder Deinen Geschwistern zu tun! Das musst Du Dir klar machen. Deine Elter haben Dich nicht weniger lieb, wenn sie geschieden sind.
Wenn sich Deine Eltern nicht mehr gut verstehen, ist es für alle Beteiligten manchmal das Beste, wenn eine Trennung stattfindet. Viel schmerzvoller und schwieriger wäre es, wenn sich Deine Eltern immer weiter zoffen. Unter ständigem Streit leiden schließlich alle.
Normalerweise empfiehlt das Jugendamt, dass Kinder auch nach einer Scheidung regelmäßigen Kontakt zu beiden Elternteilen haben sollen. Denn die Eltern haben auch nach einer Trennung die Kinder weiter sehr lieb.
Wie genau das organisiert und vereinbart werden kann, dass Du nach einer Scheidung weiterhin Deine Mutter und Deinen Vater sehen kannst - dabei hilft Dir das Jugendamt weiter.

Details: Bei uns in der Schule ist ein Mädchen total schluffig und kommt oft zu spät und ohne Essen. Sie hat auch gar keine Freunde. Ich mag sie auch nicht besonders - aber müsste man ihr helfen?

Antwort:
Hallo,
ich finde es toll, dass Du Dir Gedanken um Deine Mitschülerin machst, auch wenn Du sie nicht so gerne magst. Ich finde auch, dass das Mädchen Hilfe braucht und vielleicht nicht weiß, was sie machen soll.
Vielleicht traust Du Dich, das Mädchen anzusprechen und kannst ihr sagen, dass Du bemerkt hast, dass es ihr nicht so gut geht und ihr vorschlagen, zusammen mit Eurer Lehrerin zu sprechen. Wenn Du nicht mit dem Mädchen reden möchtest, sprich Deine Lehrerin alleine an und erzähle ihr, was Dir aufgefallen ist. Dann kann die Lehrerin von sich aus mit dem Mädchen reden.

Üblicherweise liegt das Sorgerecht bei den Eltern, daher haben sie über den Aufenthalt ihres Kindes zu entscheiden. Wenn ein minderjähriges Kind zur volljährigen Schwester oder zum volljährigen Bruder ziehen will, so geht das nur mit Zustimmung der Eltern, die auch die Kosten für den Umzug und des Lebensunterhalts zu tragen hätten.

Details: Ich bin 15 Jahre alt und streite mich ständig mit meinen Eltern und das seit zwei Jahren. Jetzt wollen sie, dass ich ausziehe, aber was soll ich machen? Ich bin mit der Idee einverstanden aber wohin? Kann ich zu Pflegeeltern? Oder was gibts es sonst noch für Möglichkeiten?

Antwort: Wenn Eltern die Kosten dafür tragen, kann das ohne das Zutun des Jugendamtes geschehen. Denkbar ist der Umzug zu Verwandten oder die Aufnahme in ein Internat.
Soll das Jugendamt jedoch die Kosten tragen, dann sind gesetzliche Voraussetzungen zu erfüllen, die hier jedoch nicht aufgeführt werden können. Das fortwährende Streiten ist kein ausreichender Grund.
Bevor sich eine Familie trennt, sollte unbedingt eine andere Lösung für die Schwierigkeiten gesucht werden. Dabei können Familienberatungsstellen helfen oder auch das Jugendamt.

Details:
"Meine beste Freundin ist 16. Ihre Eltern schlagen sie wegen den unmöglichsten Dingen, z.B. wenn sie die Treppe nicht richtig gewischt hat. Sie erlauben ihr auch nicht, irgendwohin zu gehen. Ihre Mutter sagt ihr immer wieder, dass sie kein Wunschkind war und dass sie nur Schande über ihre Familie bringt und schlägt sie dann ohne Grund. Sie sagt ihr jedesmal, dass sie den Zeitpunkt bereut, wo sie entschieden hat, dass sie sie behalten wird. Das macht meine Freundin ziemlich fertig, sie ritzt sich, weint jeden Abend, traut sich nich nach Hause und es passiert immer häufiger, dass sie sich wünscht, dass ihre Eltern sie einfach weggeben. Was soll ich machen? Sollte ich so schnell wie möglich mit ihr zum Jugendamt?"

Antwort:
Das Schlagen von Kindern, auch wenn es erzieherischen Zwecken dienen soll, ist verboten und kann sogar bestraft werden.
Um erwachsen zu werden brauchen Kinder Freiraum. Mit zunehmendem Alter sollen sie sich in ihren eigenen Angelegenheiten immer mehr selbst entscheiden dürfen. Dazu gehört auch, dass eine 16-Jährige über ihren Ausgang und wen sie besucht mitreden darf. Allerdings verbleibt die Entscheidungsbefugnis bei den Eltern, falls ihnen Personensorge zusteht. Das ist jedoch der Normalfall.
Manche Eltern verlangen von ihrem Kind, das dieses sich so lange fügen müsse, wie es in ihrem Haushalt lebt. Das Gesetz verlangt jedoch die zunehmende Verantwortungsübernahme von Kindern und Jugendlichen. Manche Jugendliche schließen aus diesem Grundsatz, dass ihre Eltern immer weniger Einfluss nehmen dürften. Das ist jedoch ein Trugschluss. Eltern müssen ihre Kinder in die Entscheidungen einbeziehen und sie so in ihrer Entwicklung fördern. Nichts zu erlauben, ist auch eine Entscheidung, jedoch eine, welche die Kinder nicht fördert, denn irgendwann werden die Kinder volljährig und sind darauf nicht vorbereitet.
Wenn Kinder von Ihren Eltern misshandelt werden, können sie sich an das Jugendamt wenden und um Hilfe bitten. Die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit dem Kind reden und dann gemeinsam mit ihm entscheiden, ob sie mit den Eltern sprechen sollen. Das kann sogar so weit gehen, dass Kind und Eltern sich trennen. Manche Kinder möchten mit ihren Eltern nichts mehr zu tun haben. Es wäre jedoch falsch, das Gespräch mit ihnen zu verweigern.
Ich empfehle dir, deiner Freundin zu raten, beim Jugendamt anzurufen und um ein Gespräch zu bitten.

Details:
"Mein Vater hat mich mit einem Besen geschlagen, ich ging dann zum Arzt der feststellte dass ich eine starke Prellung am Unterschenkel hatte (...) Wäre nett ein paar Infos zu bekommen. Danke."

Kinder zu schlagen ist verboten und natürlich kann etwas gegen Gewalt von Eltern gegenüber ihren Kindern getan werden. Vereinfacht dargestellt:
In vielen Fällen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Jugendamt Gespräche mit Eltern führen, um ggf. auch mit Hilfe von unterstützenden Maßnahmen eine andere Haltung von Eltern gegenüber ihren Kindern zu bewirken. Natürlich muss es aufhören, dass ein Kind überhaupt geschlagen wird. Für den Fall, dass Eltern angebotene Hilfe ablehnen, weiter Uneinsichtig sind und dabei zu befürchten ist, dass das Kind z.B. aufgrund des Kontakts zum Jugendamt weiter bestraft wird, kann das Jugendamt ein misshandeltes Kind auch gegen den Willen der Eltern in Obhut nehmen und vorläufig in einem Heim oder in einer Pflegefamilie unterbringen. Gewalttätigen Eltern droht weiterhin ein Strafverfahren.
Wenn Kinder im Elternhaus von Gewalt bedroht sind ist es immer ratsam, dass sie sich einem Erwachsenen anvertrauen. Solche Personen können Lehrer, Lehrerinnen aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eines Jugendamtes sein.

Details: Mein Vater gibt mir regelmäßig Hausarrest und fängt jetzt schon mit Zimmerarrest an. Ab wann ist das Freiheitsberaubung? Ich kann ihm nicht mal die Meinung dazu sagen, das letzte Mal, als ich ihm etwas dazu gesagt habe, hat er mein Zimmer verwüstet. Was soll ich machen?
Oder wenn ich mal mit ihm ganz in Ruhe sprechen möchte, fange ich an zu weinen und er meint dann immer: "was fängst du jetzt an zu heulen?"

Antwort: Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. Nach deiner Beschreibung hält sich dein Vater nicht an diese gesetzlichen Bestimmungen. Hausarrest zu verhängen ist nicht verboten. Es kommt aber auf das richtige Maß an. Wenn es sich so verhält wie du es beschreibst, solltest du einmal mit deiner Mutter, Oma oder anderen Verwandten sprechen, denen du vertraust. Fällt dir dies schwer, kannst du dich bei deinem Jugendamt melden. Die Sozialarbeiter können dich beraten ohne dass das deine Eltern wissen. Wenn sie dich konkret unterstützen sollen, wird das natürlich nicht ohne Kontaktaufnahme zu deinen Eltern gehen.

Details: Am Wochenende kommen die Kinder meines Mannes zu uns. Seine Ex-Frau verweigert es, uns anziehsachen und Nahrung für die Kinder mitzugeben. Ist das rechtens?

Antwort: Die Mutter muss den Umgang der Kinder mit dem Vater unterstützen. Allerdings hat das Grenzen. Es gehört jedoch dazu, die Kinder bedarfsgerecht auszustatten. Was darunter zu verstehen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass die Mutter z. B. ihre Fläschchen, Gläschen usw. für das Wochenende mitgibt, allenfalls das, was unterwegs gebraucht wird. Das Problem betrifft das schwierige Feld des Unterhalts und kann hier nicht gelöst werden. Es fehlen dazu weitere Angaben. Anscheinend ist das Verhältnis bereits jetzt angespannt, sonst gäbe es keinen Streit um etwas, was im Ernstfall dem Kind vorenthalten würde. Bitten Sie einen Vermittler, der beide Eltern kennt (Patenonkel z. B.), mit der Mutter zu reden oder wenden Sie sich an ihr Jugendamt.

Details: Mein Problem ist, dass meine Mutter vor etwa einem Jahr mit mir zu ihrem Freund gezogen, wir wohnen nun leider über 300 Kilometer von meiner Heimat entfernt.
Es ist inzwischen ein Jahr vergangen, ich habe hier zwar auch Freunde gefunden aber ich fühle mich hier einfach nicht wohl und nicht zu Hause.
Mein Vater wohnt noch dort, hat aber nur eine kleine Wohnung für sich allein. Er würde mir alle Unterstützung geben, wieder in seine Umgebung zu ziehen. Nun wollte ich wollt mich erkundigen, wie es ist, da ich die Möglichkeit habe, mit einer Freundin (18) zusammen zu ziehen. Ich möchte einfach wieder nach hause...

Antwort: Es ist die Entscheidung deiner Eltern, wo du wohnst, sofern sie die elterliche Sorge haben. Hat sie dein Vater nicht, kann er nicht entscheiden. Das Jugendamt wird sich in den Entscheidungsprozess der Sorgeberechtigten nicht einmischen.

Details: Meine Freundin wird in den nächsten Tagen 18 und ist aber noch Schülerin. Sie hält es zu Hause nicht mehr aus, da ihre Mutter arbeitslos ist und sich auch um nichts kümmert und ihr Vater ein Alkoholproblem hat.
Deshalb wollte ich fragen, ob es da irgendwelche Unterstützungen gibt, um ihr zu helfen, damit sie ausziehen und z.B. in eine WG ziehen kann. Mit welchen Folgen hätten ihre Eltern dann zu rechnen, weil sie ihre Eltern nicht belasten will.

Antwort: Wenn es zu Hause beweisbar gar nicht mehr auszuhalten ist, kann sich deine Freundin als Volljährige an die Arbeitsagentur (Jobcenter) wenden. Manche Leute sagen auch Arbeitsamt. Es gibt in anderen Städten noch andere Begriffe. Dort gibt es für junge Leute zuständige Spezialisten, mit denen das Problem besprochen werden kann. Es ist schon möglich, dass deiner Freundin eine eigene Wohnung bezahlt wird. Vielleicht wird sie auch an das Jugendamt verwiesen. Allerdings: Eltern sind ihren Kindern gegenüber zum Unterhalt verpflichtet. Die Arbeitsagentur wird ebenso wie das Jugendamt darauf achten, dass die Eltern ihren finanziellen Beitrag leisten. Was viele nicht wissen: Den Eltern steht im Regelfall das Wahlrecht zu, so genannten Naturalunterhalt zu leisten oder einen Geldbetrag. Unter Naturalunterhalt ist die Übernahme der Kosten für Wohnen, Essen, Kleidung, Krankenversicherung, eine der Befähigung angemessene Ausbildung sowie ein sich an den Lebensverhältnissen der Familie orientierendes Taschengeld usw. zu verstehen. Die Eltern zu schonen wird deiner Freundin aber nicht gelingen.

Details: Ich würde gerne wissen, was ich machen kann, wenn meine Freundin von ihrer Mutter gemobbt wird. Sie ritzt sich aus dem Grund sogar. Ich will ihr helfen, aber ich weiß nicht wie und ich will das auch nicht so an die große Glocke hängen.

Antwort: Deine Freundin braucht dringend Hilfe. Motiviere sie, sich entweder an das Jugendamt zu wenden oder noch besser an eine Kinder- und Jugendpsychiaterin. Übrigens kann das Jugendamt beraten, ohne die Eltern davon in Kenntnis zu setzen. Es wird in einem zweiten Schritt allerdings notwendig werden, die Eltern mit ins Boot zu nehmen.

Details: Ich bin 16 Jahre alt und meine Mutter ist alleinerziehend.
Mein Vater zahlt seit ca. 15 Jahren keinen Unterhalt. Da er auf einem anderen Kontinent wohnt, weiß ich nicht wie das regelt wird, oder ob das überhaupt geregelt werden kann.
Habe ich ein Recht darauf? Es ist ziemlich viel Geld was er meiner Mutter bzw. mir damit schuldet...

Antwort: In solchen Fällen wendest Du Dich am besten an einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin oder Du kommst zu uns ins Jugendamt und zwar in die Abteilung Beistandschaften/Vormundschaften.

Details: Meine beiden Töchter sind 6 und 4,5 Jahre und besuchen denselben Kindergarten.
Meine 6 jährige Tochter wird seit über einem Jahr von einem Jungen in ihrer Gruppe gebissen. Selbst dem Kinderarzt waren die Bisswunden aufgefallen und er meinte ich müßte etwas unternehmen. Als sie dann mit einem Bißabdruck im Gesicht nach Hause kam, hörte bei mir der Spass irgendwie auf. Ich bat im Kindergarten die Kinder zu trennen, das wurde aber seitens der Kitaleitung nicht für notwendig erachtet.
Als meine Tochter erneut in den Finger gebissen wurde, habe ich mich natürlich sehr aufgeregt und als ich auf die Mutter traf, habe ich emotional reagiert und zu ihr gesagt, sie möge zusehen, dass ihre Kinder nicht mehr in die Nähe meiner Kinder kommen. Das wurde mir als Bedrohung ausgelegt und es fand ein Gespräch mit der Kitaleitung statt, die mir nahelegten meine Kinder abzumelden, was ich natürlich nicht gemacht habe.
Ebenso wurde mir gesagt, dass mein Kind sich nicht zu wehren hat, wenn es gebissen wird, ich finde das ganz schön heftig! Meiner Meinung nach hat der Kindergarten eine Aufsichtspflicht einzuhalten und wenn er Kinder duldet und es als normal ansieht, dass ein 4jähriges Kind beißt, dann hat es seine Aufsichtspflicht dem Kind gegenüber zu verschärfen. Es kann doch nicht sein, dass mir nahegelegt wird, meine Kinder abzumelden, wenn sie grundlos gebissen werden. Ich habe versucht mit der Stadt zu sprechen, leider kam mir die Kindergartenleitung zuvor und hat die ganze Angelegenheit abgewiegelt, meine Tochter wäre höchstens 2 mal nur gebissen worden etc., das entspricht aber definitiv nicht der Wahrheit. Was kann ich noch tun? Bleibt mir wirklich nur die Wahl meine Tochter abzumelden?

Antwort: Um mal hinten anzufangen: Der Wechsel des Kindergartens ist keine gute Lösung. Ich weiß nun nicht, ob die Kinder auch andere Kinder beißen. Dennoch muss auf den Jungen und seine Schwester eingewirkt werden, nicht auf Ihre Tochter. Sie haben Recht, dem Kindergarten obliegt die Aufsichtspflicht während der Betreuungszeit. Ihrer Darstellung nach, hat dies nicht zu einem wirksamen und ausreichenden Schutz Ihrer Tochter geführt. Wenn Sie bei der Kindergartenleiterin auf taube Ohren gestoßen sind, können Sie sich an den Träger der Einrichtung wenden. Es gibt zudem in der Regel eine „Elternversammlung“, einen „Elternbeirat“ sowie den „Rat der Kindertageseinrichtung“. Diese Mitwirkungsgremien sollen die Zusammenarbeit zwischen den Eltern, dem Träger und dem pädagogischen Personal fördern.
Immerhin handelt es sich im rechtlichen Sinne um Körperverletzungen. Um sich davor zu schützen hat jeder ein Recht auf Notwehr. Ihre Tochter darf sich also wehren. Ob es sich dabei allerdings um das beste Mittel handelt, sei dahingestellt.

Details: Ich bin 13 Jahre alt und habe vielleicht gerade nicht das beste Verhältnis zu meinen Eltern. Ich werde viel von ihnen beleidigt und geschlagen auch. Dürfen die das?
Ich räume täglich die Küche auf, mache die Wohnung sauber, wasche Wäsche usw. Ich hole auch meine Schwester vom Kindergarten ab und pass viel auf sie auf, weil meine Eltern arbeiten.
Ich denke es ist okay bzw. man sollte was im Haushalt machen, aber dass ich gleich fast den ganzen Haushalt schmeiße? Ich komm mit der Schule nicht mehr richtig klar, weil ich in meinen Augen viel zu viel um die Ohren habe...
Ich komme mit der ganzen Sache einfach nicht mehr richtig klar und wollte deswegen fragen, ob man da was machen kann? Was für Möglichkeiten gibt es und ist sowas normal?

Antwort: Du scheinst für deine Eltern eine große Hilfe zu sein, doch leider würdigen sie deine Leistungen nicht. Statt dessen beleidigen sie dich und hindern dich am schulischen Fortkommen. Schade.
Aber ganz konkret: Eltern dürfen ihre Kinder nicht beleidigen, denn entwürdigende Erziehungsmaßnahmen sind verboten. Eine absichtlich ausgestoßene Beleidigung ist entwürdigend und schädlich.
Was mich besorgt macht, ist die Vernachlässigung der Schule. Wie sollst du auch gut im Unterricht sein, wenn du so viel machen musst und kaum Zeit hast für Hausaufgaben, oder um etwas für deine Bildung zu tun?
Wie du den Sachverhalt schilderst, scheint es sich um eine dich überfordernde Kinderarbeit zu handeln. Das darf nicht sein!
Schlagen ist sogar eine Straftat, für die deine Eltern bestraft werden können. Ich rate dir, mal beim Jugendamt anzurufen und um Beratung zu bitten. Dafür musst du deine Eltern nicht um Erlaubnis fragen. Wenn du nicht willst, dass die Sozialarbeiterin oder der Sozialarbeiter mit deinen Eltern spricht, kannst du das sagen.

Details: Ich bin 12 und darf öfter am Wochenende und in den Ferien im Kinderzimmer oder bei Mama im Zimmer alleine fernsehen. Manchmal ist auch mein kleiner Bruder dabei, öfter auch bis 23 Uhr oder Mitternacht.
Die Freundin meiner Mutter hat gesagt, das wäre nicht gut so spät und dann auch noch ohne dass jemand dabei ist. Meine Mama ist dann sauer geworden und meint schon, dass wir das dürfen und auch dass das Jugendamt damit einverstanden ist. Wer hat jetzt Recht?

Antwort: Dass viele Sendungen Kinder überfordern und aufregen, das weißt du bestimmt. Spätes Fernsehen lässt Kinder, aber auch Erwachsene, oft schlecht einschlafen und komisch träumen. Deshalb ist es besser, nicht spät fernzusehen. Dass das Jugendamt sagt, Kinder dürfen fernsehen, ist richtig. Es kommt jedoch auf Verschiedenes an. Das Alter ist wichtig, ob das Kind alleine vor dem Fernsehe sitzt, wie groß das Gerät ist, die Uhrzeit und die Dauer der Sendung. Wichtig ist, dass Kinder über das Gesehene mit einer vertrauten Person sprechen können ohne ausgelacht zu werden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes sind allerdings ganz bestimmt dagegen, dass Kinder alleine zu so später Stunde fernsehen.

Details: Ich bin 15 Jahre und wohne bei meiner Mutter. Obwohl ich 12 Jahre keinen Kontakt zu meinem Vater hatte, verstehe ich mich nun wesentlich besser mit ihm als mit meiner Mutter. Kann ich selbst entscheiden, ob ich von meiner Mutter zu minen Vater ziehe?

Antwort: Das richtet sich nach dem Willen deiner Eltern. Dabei ist auch wichtig, ob deine Eltern Inhaber der Elterlichen Sorge, insbesondere des Personensorgerechts sind. Damit ist das Recht gemeint, über die Kinder entscheiden zu dürfen und zu müssen. Üblicherweise haben die Eltern beide das Personensorgerecht. Sind Eltern jedoch geschieden, so hat häufig das Familiengericht einem Elternteil entweder die gesamte Elterliche sorge zugesprochen oder auch nur Teile davon. Das ist nicht leicht verständlich. In deinem Fall müssen deine Eltern das Thema mit dir besprechen, dich ernst nehmen und zuhören. Du hast jedoch keinen Anspruch darauf, dass sie deinem Wunsch nachkommen!
Bedenke bitte, dass ein Umzug gut überlegt sein will. Du kennst deinen Vater wohl nur besuchsweise. Ich habe schon davon gehört, dass es im Alltag zu ernsten Schwierigkeiten und Enttäuschungen gekommen ist. Manche Jugendlichen sind sogar zurück zu ihrer Mutter gezogen. Sollten sich deine Eltern darüber streiten, wo du künftig wohnen sollst, können sie sich an das Jugendamt wenden und um Beratung und Vermittlung in dem Konflikt bitten.

Hallo zusammen! Ich bin 19 und wohne noch bei meinen Eltern. Das Problem ist, dass ich zu Hause überhaupt nicht mehr klar komme, jeden Tag gibt es Streit, und aufgrund meines Freundes jetzt noch mehr... Ich bin im Moment in einer Maßnahme in der jobcom. Wie sieht es mit dem Amt aus? Würde es mir bei der Miete helfen, wenn ich mir eine eigene Wohnung suche und denen zusammen mit meinem Vater sage, dass ich ausziehen möchte und dass er mich nicht mehr daheim haben möchte?
 
Antwort:
Manchmal gibt es Gründe, die es einem schwer erscheinen lassen weiter in seinem Elternhaus zu wohnen. Dieses kann der Fall sein, wenn z.B. das Verhältnis eines Jugendlichen zu seinen Eltern zerrüttet ist. Hierbei sollte man sich von seinem zuständigen Jugendamt beraten lassen. Um dabei selbst ernst genommen zu werden, ist es aber unbedingt wichtig bei der Wahrheit zu bleiben, denn nur so kann eine gute Beratung zustande kommen.
Eltern sind auch ihrem bereits volljährigen Kind zum Unterhalt verpflichtet. Sie können diesen Unterhalt entweder als Bar- oder als Naturalunterhalt leisten. Sie zahlen entweder einen regelmäßigen Barbetrag oder sie bestimmen, dass das Kind bei ihnen wohnt, isst, die Wäsche wäscht usw. Dazu gehören auch die Finanzierung einer der Begabung entsprechenden Berufsausbildung und die Zahlung eines angemessenen Taschengeldes. Falls es Streit wegen des Freundes gibt, dann haben die Eltern bei einem volljährigen Kind natürlich nichts zu entscheiden, es sei denn, dass sie nicht erlauben, dass der Freund in die Wohnung kommt. Das dürfen sie verbieten.
Wenn ein Streit wirklich so schlimm ist, dass es gar nicht mehr geht, dann kann die Arbeitsagentur (jobcom, Jugendhaus oder andere Bezeichnungen) ausnahmsweise eine Wohnung teilweise oder ganz finanzieren und erforderlichenfalls wird das Jugendamt stundenweise betreuen. Das Jugendamt wird jedoch keine Wohnung bezahlen, nur weil es Streit mit den Eltern gibt.

Hallo, ich bin 17 Jahre alt und würde gerne in eine Wohngruppe extra für Essgestörte ziehen, da es zu Hause oft Stress wegen meiner Krankheit gibt.
Ich würde gerne in eine WG nach Berlin ziehen, da ich einfach den Abstand von meiner gewohnten Umgebung brauche und ich auch nicht will, dass meine Eltern einfach mal so vorbeikommen können. Sie wollen aber, dass ich nach Bielefeld gehe, da es näher ist. Jetzt wollte ich wissen, ob das Jugendamt eher auf meien Wünsche eingehen würde, oder nur auf meine Eltern hören würden?

Antwort:
Das Jugendamt wird sich sowohl deine Wünsche als auch die Wünsche deiner Eltern anhören und dann zusammen mit allen Beteiligten darüber beraten, wie weiter vorgegangen werden kann. Das Jugendamt wird die Einrichtung bevorzugen, die am besten geeignet erscheint. Es hat jedoch das Wunsch- und Wahlrecht der personensorgeberechtigten Eltern zu berücksichtigen. Zu bedenken ist auch, wann du volljährig wirst, denn dann haben die Personensorgeberechtigten rechtlich betrachtet nicht mehr zu bestimmen. Nicht zuletzt spielen auch die Kosten eine Rolle. Falls die Einrichtung in Berlin deutlich billiger ist, dann haben die Eltern bereits jetzt kaum Möglichkeiten, sich durchzusetzen.

Hallo! Ich habe einen Urlaub gewonnen und jetzt meine Frage: Meine Töchter sind 20 und 13 Jahre alt. Kann ich die beiden alleine zu Hause lassen?
 
Antwort:
Ihre volljährige Tochter können Sie natürlich allein zu Hause lassen. Für Ihre jüngere Tochter stellt sich die Frage, ob sie in der Zeit Ihrer Abwesenheit in allen Bereichen gut versorgt ist. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass eine zur Betreuung geeignete volljährige Person zur Verfügung steht. Das kann natürlich unter den benannten Gegebenheiten auch Ihre große Tochter sein. Diese sollten Sie dann allerdings mit den nötigen Vollmachten ausstatten, damit sie sie erforderlichenfalls in Notfällen handeln und entscheiden kann. Mehr darüber können Sie bei Ihrem zuständigen Jugendamt erfahren.

Hallo liebes Team, ich habe eine wichtige Frage: Wenn ein Kind vom Jugendamt weggenommen wird, und die Mutter aber erneut schwanger wird, was passiert dann? Wird auch das zweite Kind weggenommen, gibt es Auflagen oder Kontrollen vom Jugendamt?
 
Antwort:
In solch einem Fall wird von dem zuständigem Jugendamt sorgfältig geprüft, ob das neugeborene Kind bei seiner Mutter bleiben kann. Für den Fall, dass es grundsätzlich bei der Mutter bleiben könnte, wird das zuständige Jugendamt geeignete Unterstützungen anbieten. Für den Fall, dass solche Unterstützungen abgelehnt werden, stellt sich die Frage des Verbleibes des Kindes bei der Mutter erneut. In solchen Fällen sollte unbedingt schon im Vorfeld mit dem zuständigem Jugendamt zusammen gearbeitet werden. Der gute Wille der Mutter, alles für ihr Kind zu tun, reicht nicht aus.

Das Jugendamt ist verpflichtet, einem entsprechenden Hinweis nachzugehen und zu prüfen, ob das Kind nicht gefährdet ist. Darüber, was eine Gefährdung ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Nur scheinbar eindeutig ist die Sache, wenn ein Kind geschlagen wurde. Dann kommt es noch darauf an, wie schwer die Schläge waren usw. Es gibt jedoch immer noch Eltern, die behaupten, dass ein Klaps noch keinem geschadet habe, das Kind jedoch sonst gut versorgen und erziehen. Das Jugendamt wird in den meisten Fällen die Kinder nicht von seinen Eltern entfernen wollen.
Kommt es dennoch dazu, haben die Eltern immer eine Chance. Das Jugendamt hat kein Interesse daran, Eltern und Kinder voneinander fernzuhalten. Es kommt jedoch immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Spielen legale oder illegale Drogen eine Rolle (Alkohol, Heroin z.B.) kann eine erfolgreiche Therapie Vertrauen schaffen. Wurde das Kind geschlagen, dann kann ein Anti-Aggressionstraining helfen. Auf jeden Fall müssen sich die Eltern anstrengen, damit ihnen geglaubt werden kann, dass die Kinder künftig nicht gefährdet sind.

Hallo liebes Jugendamt, ich habe eine Frage. Ich bin elf Jahre alt und lebe seit 9 Jahren mit meiner Mutter alleine, da meine Eltern geschieden sind. Mama geht kaum arbeiten, seitdem ich in den Kindergarten gehe nur jeden Vomittag, und Donnerstags ganz. Jetzt haben meine Eltern Streit, weil Papa will, dass Mama ganztags wieder arbeitet, damit sie mehr verdient. Mama weiß jetzt nicht, was sie machen soll, da sie nicht weiß wohin mit mir. Ich will aber nicht zu einer Tagesmutter, ich will, dass Mama auf mich aufpasst oder lieber alleine daheim bleiben. Mama sagt sie kann sich keine Tagesmutter leisten und jeden Tag bis 18.30 Uhr will sie mich auch nicht alleiene lassen. Was sollen wir tun, gibt es irgendeine Hilfe? Vielen Dank.

Die Beurteilung eines solchen Sachverhaltes ist nicht einfach und verlangt nach einer sehr individuellen Regelung. Es gibt weitere Fragen wie die nach Geschwisterkinder und ob ein besonderer Betreuungsbedarf seitens der Kindesmutter gegenüber dem Kind geleistet werden muss. Letzteres lässt sich nur durch eine ausführliche Beratung des zuständigen Jugendamtes erfassen. Es bleibt deiner Mutter wohl nichts anderes übrig, als sich an einen Rechtsanwalt zu wenden, der besser beurteilen kann, ob dein Vater angesichts deines Alters wirklich von deiner Mutter verlangen kann, mehr Geld zu verdienen.

Für den Fall, dass die Eltern des Kindes damit einverstanden sind, bereitet solch ein Umzug formell keine Schwierigkeiten. Doch sollten sich alle Seiten darüber klar werden was ein Umzug für einen 11 Jährigen bedeuten kann (Verlust von Freunden, andere Schule, anderes Umfeld und auch muss die neue Erziehungs- und Versorgungssituation hinreichend abgesichert sein). Auch sollte zusammen mit den Eltern nach den Beweggründen des Jungen gefragt werden, da die Urteilsfähigkeit eines 11 Jährigen nicht immer die Komplexität von Erwachsenen erreicht. Hier kann das zuständige Jugendamt beratend unterstützen.

Falls sich die Kindeseltern über den zukünftigen Verbleib des Kindes nicht einig sind wird es noch einmal komplizierter. Bei anhaltender Uneinigkeit müsste dann sogar eine gerichtliche Klärung erfolgen. Bei solch einer Klärung wird das zuständige Jugendamt immer beteiligt. In Streitfällen kann bei der Familienkasse der betreuende Elternteil das Kindergeld für sich beantragen. Ob diesem Antrag entsprochen wird, wird von der Familienkasse entschieden. Ganz einfach verläuft dieser Entscheidungsprozess nicht. Der betreuende Elternteil dürfte regelmäßig einen Anspruch auf Unterhaltsleistung durch den anderen Elternteil geltend machen können. Vor einem Streit sollte immer bedacht werden, ob sich die Auseinandersetzung lohnt. Schließlich wollen die Kinder einen Streit der Eltern immer vermeiden. Viele fühlen sich schuldig, wenn sich die Eltern streiten. Bitte haben Sie Verständnis, dass eine Rechtsberatung an dieser Stelle nicht erlaubt ist. Sie ist aus gutem Grund Rechtsanwälten vorbehalten. Einfache und eindeutige Antworten gibt es in dieser Materie ohnedies nicht.

„Betreutes Wohnen“ ist ein Sammelbegriff für teils sehr verschiedene Modelle des Alleine-Wohnens bei nicht ständiger pädagogischer Begleitung. Liegen die grundsätzlichen Voraussetzungen vor, dann können auch 16-Jährige im Rahmen solcher Wohnformen leben. Im Vordergrund steht jedoch nicht der Wunsch der Jugendlichen, eine eigene Wohnung zu beziehen. Zum einen kommt es auf den erzieherischen Bedarf an, zum anderen auf die Fähigkeit, alleine klarzukommen. Dazu gehören Grundfähigkeiten, wie etwa das Aufstehen am Morgen, das Wirtschaften, die Fähigkeit, die Wohnung zu pflegen und die Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf die Nachbarn. Ohne den Willen der Personensorgeberechtigten geht es im Übrigen nicht. Es hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab. Diese Faktoren müssen sehr sorgsam im Zusammenwirken von einem/einer Jugendlichen, den Erziehungsberechtigten und dem zuständigem Jugendamt ermittelt und überprüft werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass solch ein „Betreutes Wohnen“ eine geeignete und erforderliche Maßnahme zur Unterstützung der Entwicklung eines/einer Jugendlichen seine könnte und keine anderen Maßnahmen zur Unterstützung geeignet sind, dann könnte eine Maßnahme des „Betreuten Wohnens“ in Betracht gezogen werden. Wir empfehlen den direkten Kontakt zu deinem Jugendamt, um dort einmal dein Anliegen zusammen mit deinen Eltern zu besprechen. Dein Jugendamt erreichst du in deiner Stadt oder deinem Ort über die Stadtverwaltung oder die Gemeindeverwaltung.

Details: Was soll ich tun, wenn ich den Eindruck habe, dass ein Kind getrennt lebender Eltern besser bei dem Vater als bei der Mutter aufgehoben ist?

Antwort: Rede mit dem Vater über deine Beobachtung. Anschließend solltet ihr mit dem Kind sprechen wie es ihm geht und ob es an seiner Lebenssituation etwas verändern möchte (kommt aber ein bisschen auf das Alter des Kindes an). Danach kann der Vater die Mutter ansprechen und vielleicht eine Lösung finden. Sollte dies nicht möglich sein, wendet euch an das zuständige Jugendamt zur Vermittlung.

Grundsätzlich sind deine Eltern erziehungsberechtigt und dürfen das entscheiden. Es ist aber immer besser, wenn deine Wünsche auch berücksichtigt werden. Versuch doch nochmal mit deinen Eltern zu reden und ihnen zu erklären, was du gerne möchtest. Du kannst dich auch an das Jugendamt in deiner Stadt wenden und dich dort beraten lassen oder um Vermittlung zwischen dir und deinen Eltern zu bitten.

Details: Ich habe meinen Papa total lieb, fühle mich aber seit einiger Zeit nicht mehr wohl bei ihm. Meine Eltern haben das gemeinsame Sorgerecht. Ich möchte nicht mehr zu meinem Papa gehen, wie sage ich ihm das und kann er mich zwingen zu ihm zukommen?

Antwort:
Am besten kommst Du mit Deinem Problem einfach mal zu uns. Wir können das in einem ganz unverbindlichem Gespräch genauer besprechen und eventuell können wir ja auch zusammen mit Dir und Deinen Eltern die beste Lösung finden!

Nein. Die Beratungsgespräche beim Jugendamt sind selbstverständlich kostenfrei!