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Insektensammlung

Herr Schulze unterrichtet am Bielefelder Helmholtz-Gymnasium die Fächer Biologie und Mathematik. Für das Naturkunde-Museum betreut er die Insektensammlung ehrenamtlich.

Herr Schulze, Sie sind Entomologe - was bedeutet das?
Die Entomologie ist die Insektenkunde. Ein Entomologe ist also ein Insektenkundler, jemand der Biologie, Verbreitung und Verwandtschaften der Insekten erforscht. In ganz Deutschland gibt es einige tausend Insektenkundler und etwa 35.000 bekannte Insektenarten.
Der Sammlungsraum im Naturkunde-Museum ist auch Vereins- und Arbeitsraum der "Arbeitsgemeinschaft westfälischer Entomologen e.V.", deren Vorsitzender ich bin. Unsere Arbeitsgemeinschaft hat etwa 200 Mitglieder und gibt zwei Fachzeitschriften heraus.

Was hat die Arbeitsgemeinschaft mit dem Naturkunde-Museum zu tun?
Gegründet haben wir die Arbeitsgemeinschaft bereits 1965. Einmal im Monat, früher sogar einmal die Woche, treffen wir Entomologen uns hier im Museum.
Wir betreuen die Insektensammlung. Die Aufgaben unterteilen sich in drei Gebiete:
- Wir pflegen die alte Sammlung und ergänzen sie, indem wir Neues einsortieren.
- Und wir zeigen und präsentieren die Sammlung.
- Wir leihen sie auch aus, z. B. an Fachleute in Naturkundemuseen oder Universitäten, die dort bestimmte Insekten untersuchen wollen.
Was für eine Sammlung ist das genau?
Kern ist die so genannte Heimat- oder Westfalensammlung. Sie besteht aus systematisch geordneten Präparaten von Schmetterlingen, Käfern, Stechimmen (Bienen, Wespen, Ameisen), Wanzen, Schwebfliegen und Köcherfliegen. Diese Tiere stammen alle aus Westfalen (vor allem Ostwestfalen) und benachbarten Regionen. Daneben gibt es die allgemeine Sammlung mit überwiegend Schmetterlingen aus ganz Europa und den Tropen. Die dritte Säule bilden Sammlungen, die uns komplett überlassen wurden (z. B. aus Nachlässen) und die so bedeutend sind, dass sie geschlossen erhalten bleiben. Da Insekten die größte Gruppe von Lebewesen weltweit sind, ist auch die entomologische Sammlung des namu Bielefeld sehr umfangreich.

Wie viele Insekten sind in der Sammlung?
Hier im namu sind es über 250.000 Einzelexemplare. Die Schmetterlinge sind sehr gut aufgestellt. Am meisten haben wir aber Käfer. Wir schätzen, dass allein in der Senne etwa 3.000 Käferarten leben. Sie sind aber noch nicht alle dokumentiert.
Im Einzelnen beinhaltet die Sammlung:
180.000 Käfer
50.000 Schmetterlinge
20.000 Tiere aus anderen Insektengruppen

Welche Insekten mögen Sie besonders?
Schmetterlinge, vor allem einige Nachtfaltergruppen! 85 Prozent der Schmetterlinge sind übrigens nachtaktiv! Die meisten sind daher nur Fachleuten bekannt. Ich zeige Euch mal einige...
Das ist ein Heufalter (Goldene 8) - (wissenschaftlich Colias hyale)
Das ist ein Brauner Bär(enspinner) (Arctia caja)
Die Raupen der Bärenspinner sind stark behaart (Name!); diese Art war noch vor etwa 20 Jahren auch bei uns häufig, inzwischen ist er in ganz Europa weitgehend verschwunden.
Das ist ein Jakobskrautbär (Tyria jacobaea)
Seine auffällige Färbung ist ein deutlicher Hinweis auf seine Ungenießbar- oder sogar Giftigkeit. Ein Vogel, der einmal versucht hat, diesen Falter zu fressen, tut das nie wieder und erinnert sich an die Färbung.
Das ist ein Linguster-Schwärmer (Sphinx ligustri).
Schwärmer sind sehr gute und kräftige Flieger.

Wie alt werden Schmetterlinge?
Die meisten Falter werden als Erwachsene nur wenige Tage oder Wochen alt.
Der "Rekordhalter" bei uns ist der Zitronenfalter, er kann fast ein Jahr alt werden.
Er kann auch überwintern.






