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Ratz springt

Was war für Sie ein besonderes Erlebnis?

Es gibt immer wieder kleine besondere Erlebnisse, z.B. wenn mir Kinder ein Bild malen oder mir etwas basteln, angeregt durch unsere Ausstellungen oder Veranstaltungen.

Und gab es auch mal ein großes, besonderes Erlebnis?

Spannend kann die Arbeit an unseren Sammlungen sein. So entdeckte ich beim Durchstöbern unserer Knochensammlung mit einem Fachmann im Jahre 2004 eine kleine Sensation: ein fast vollständig erhaltenes Skelett eines Wollnashorns aus der letzten Weichsel-Eiszeit.
Vor vielen Jahren gelangte dieser Fund als "Wisentskelett" zusammen mit Knochen weiterer Eiszeittiere (wie die eines Steppenlöwen oder eines Mammuts) an das Naturkunde-Museum. Es war aber kein Wisent! Der damalige Museumsleiter Dr. M. Büchner bemerkte die Fehlbestimmung, entdeckte darin Nashornknochen. Doch Zeit- und Geldmangel führten dazu, dass dieser Fund für lange Zeit wieder in Vergessenheit geriet.
Jetzt durchgeführte umfangreiche Untersuchungen brachten es ans Tageslicht: das Naturkunde-Museum beherbergt eines von nur zwei in Deutschland vorkommenden umfangreichen Skelettfunden eines Wollnashorns! Aber damit noch nicht genug: ein teilverheilter Rippenbruch zeigt erstmalig ein verletztes Tier dieser Eiszeitriesen und lässt viele Spekulationen über Leben und Tod dieses Tieres zu.

Was ist denn ein Wollnashorn?

Abbildung von einem Wollnashorn

Das Wollnashorn

(Coelodonta antiquitatis)

Wollnashörner waren sozusagen die Nashörner der Eiszeit.

Sie lebten vor sehr langer Zeit im sogenannten Pleistozän (1,8 Millionen Jahren - bis etwa 10.000 - 8.000 Jahren).

Das Wollnashorn lebte vermutlich als Einzelgänger, und war mit seinen mächtigen Hörnern schwer zu jagen. Es ernährte sich vorwiegend von Gräsern. Wahrscheinlich konnte es mit seinem vorderen Horn, das brettförmig flach war, die Schneedecke wegschieben.


rhino_ear_wiggle_sw.gifDas Wollnashorn starb am Ende der letzten Eiszeit aus. Warum? Es wird vermutet, dass die Klimaerwärmung dazu beitrug, dass der Lebensraum des Wollnashorns verschwand. Doch auch die menschliche Jagd könnte schon eine Rolle gespielt haben.

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Nutzen Sie für Ihre Arbeit den Computer und das Internet?

Ja, ich verbringe sehr viel Zeit am Computer, um Briefe, Presseberichte oder Ausstellungstexte zu schreiben. Im Internet hole ich mir wichtige Informationen über Ausstellungen, andere Angebote oder Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften. Außerdem zeigen wir über das Internet unsere Arbeit, z.B. die Monatsprogramme für Kinder und Erwachsene. Schaut doch auch mal auf die Homepage unseres Fördervereins.

Ratz mit Rollschuhen

Was möchten Sie den Kindern noch mit auf den Weg geben?

Behaltet auch in unserer vielschichtigen Welt immer die Aufmerksamkeit für die Natur. Jeder von uns ist ein Teil davon. Wenn Du sie schätzt und verstehst, wirst Du für Dein Leben die richtigen Entscheidungen treffen; Du wirst Dir das Staunenkönnen erhalten, und bemerken, wie viel mehr Glück sie doch oft schenken kann, als manch teure, aber doch leblose Sache.