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Interview mit Anja Ritschel, Gesundheitsdezernentin der Stadt Bielefeld

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Als Gesundheitsdezernentin ist sie sozusagen die "Ober-Chefin" des Gesundheitsamtes. Gemeinsam mit der Leiterin des Gesundheitsamtes und den anderen Ärztinnen, Ärzten und Beschäftigten dort kümmert sie sich darum, dass es allen Menschen in Bielefeld gesundheitlich gut geht.

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Frau Ritschel, was war Ihr Lieblingsessen als Kind?

Gulasch mit Champignons und Reis mochte ich besonders gern. Das gab es immer an meinem Geburtstag. Auch Spinat habe ich sehr gerne gegessen, obwohl viele Kinder das ja gar nicht so lecker finden.

Viele Kinder mögen Pommes, Pizza und natürlich Süßes. Warum ist das nicht gut?

Pommes und Pizza enthalten sehr viel Fett. Und in Süßigkeiten, aber auch z.B. in Limonaden steckt jede Menge Zucker. All das hat besonders viele Kalorien, so dass man davon dick und krank werden kann. Du kannst dann gar nicht mehr so gut beim Sport mitmachen oder schnell laufen. Und beim Zucker kommt hinzu, dass er auch schnell für Löcher in den Zähnen sorgt. Dann kann nur noch der Zahnarzt helfen, was aber - so jedenfalls meine Erfahrung - sehr unangenehm ist.


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Was ist denn "gesundes Essen"? Heißt das, wir dürfen nur noch Obst und Gemüse essen?

Am allerwichtigsten ist, dass das Essen möglichst abwechslungsreich ist. Obst und Gemüse gehören natürlich dazu, aber es gibt noch viele andere gute Sachen: Vollkornbrot, Yoghurt, Kartoffeln, Reis … Wir haben ja das Glück, dass es bei uns in Deutschland immer ausreichend und vor allem auch eine riesige Auswahl an Lebensmitteln gibt. Ab und zu können es dann auch mal Pommes, Pizza oder Süßes sein - aber eben nicht immer!

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Und warum ist das so wichtig, dass wir gesund essen?

Ein Auto braucht Sprit, um zu fahren. Unser Körper ist da anspruchsvoller. Er will eine Vielzahl von Stoffen haben, um gut zu funktionieren - eben auch z.B. Vitamine und Mineralstoffe. Wenn wir uns also abwechslungsreich und damit gesund ernähren, sind wir richtig fit. Und das ist auch ein sehr gutes Gefühl!

Noch einmal zurück in Ihre Kindheit: Wie wurde denn bei Ihnen früher gekocht und gegessen?

Als ich schon etwas größer war, habe ich mir morgens das Frühstück selber gemacht. Ich bin nämlich ganz früh aufgestanden, weil ich mit dem Bus in die Schule fahren musste - da haben die Anderen aus meiner Familie noch geschlafen. Am liebsten habe ich Brot mit Quark und Marmelade gegessen oder Haferflocken mit Milch.
Wenn ich aus der Schule nach Hause kam, stand meistens schon das Mittagessen auf dem Tisch. Das hat meine Oma gekocht und es war sehr lecker. Abends gab es dann belegte Brote und dazu einen Apfel oder eine Banane. Beim Abendessen war immer die ganze Familie zusammen und wir haben uns darüber unterhalten, was jeder an diesem Tag so erlebt hat.

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Und wie halten Sie es heute? Essen Sie immer gesund und wie halten Sie sich fit?

Ich gebe zu, dass ich gelegentlich nicht so gesunde Sachen esse, weil sie mir einfach gut schmecken oder weil ich manchmal auch zu wenig Zeit habe, um mir etwas Schönes (und Gesundes) zu kochen. Aber ich versuche das dann auszugleichen. Zum Beispiel esse ich jeden Morgen Vollkornbrot oder Müsli und immer auch ein Stück Obst.

Um fit zu bleiben, ist zudem Bewegung ganz wichtig. Leider muss ich als Gesundheitsdezernentin viel am Schreibtisch sitzen. Deswegen gehe ich zumindest immer zu Fuß ins Büro, fahre oft auch mit dem Fahrrad und trainiere außerdem regelmäßig in einem Fitness-Studio.

Frau Ritschels Rezept für Euch zum Nachkochen:

Blechkartoffeln mit Kräuterquark

kartoffelDu brauchst dafür Kartoffeln, die Du nicht schälst, sondern nur mit einer Bürste ordentlich sauber schrubbst. Dann schneidest Du jede Kartoffel der Länge nach durch. Auf die Schnittfläche streust Du Salz und Pfeffer, wenn Du magst auch ein paar Kräuter (z.B. Rosmarin).
Dann nimmst Du Dir ein Backblech, pinselst es mit Öl ein und legst die Kartoffelhälften mit der gewürzten Seite nach unten auf das Blech.
Nun geht es ab in den Ofen damit - bei 150°C für etwa 45 Minuten.

Während die Kartoffeln im Ofen schmoren, bereitest Du den Kräuterquark zu. Da sind Deiner Fantasie und Deinem Geschmack keine Grenzen gesetzt: in ganz normalen Quark rührst Du Salz, Pfeffer und frische gehackte Kräuter ein. Probier' einfach mal aus, ob Du lieber Schnittlauch, Petersilie, Basilikum oder alles gemischt magst. Und wenn es zu schwer ist, die Kräuter in den Quark zu rühren, kannst Du einen Schluck Mineralwasser dazu geben. Dann wird der Quark lockerer.

Anschließend guten Appetit bei Blechkartoffeln mit Kräuterquark.
Ich finde, das schmeckt noch besser als Pommes.

 

Frau Ritschel, zum Schluss die Frage: Was macht eigentlich eine Gesundheitsdezernentin?

Das Gesundheitsamt arbeitet mit anderen Behörden, Schulen und Kindergärten zusammen. Ich will Dir ein paar Beispiele geben:
Vor dem Besuch der Schule müssen alle Kinder von den Ärztinnen und Ärzten des Gesundheitsamtes untersucht werden. Da wird geschaut, ob die Kinder fit sind oder ob sie noch eine besondere Unterstützung brauchen, damit sie im Schulunterricht gut zurecht kommen können.
Das Gesundheitsamt berät aber auch Deine Eltern, wenn es darum geht, welche Impfung sinnvoll wäre, um Dich vor schweren Krankheiten zu schützen.
Und den zahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes hast Du vielleicht auch schon kennengelernt.

Wir wollen aber nicht nur Kinder und Jugendliche vor Gesundheitsgefahren schützen und ihre Gesundheit fördern, sondern kümmern uns natürlich auch um die Gesundheit der Erwachsenen.

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