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Wie sieht ein Tag bei Ihnen aus?

Den typischen Tag gibt es bei mir nicht, weil meine Aufgaben so unterschiedlich sind:

Suchen, Informationen sammeln und auswerten:

Ich muss viel lesen, wissenschaftliche Untersuchungen auswerten, Material im Internet suchen, Vorträge oder Konzepte schreiben - dafür sitze ich in meinem Büro, am Schreibtisch, arbeite am Notebook.

 



Frau Tatje an ihrem Schreibtisch

Gespräche führen:

Ich führe auch viele Gespräche mit verschiedenen Menschen, z.B. mit der Verantwortlichen der Stadtwerke über die zukünftige Ausbildungssituation von Mädchen, oder dem Direktor des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW über Gesundheitsfragen von Kindern (z.B. Bewegungsarmut). An einem anderen Tag treffe ich mich z.B. mit dem Leiter des Städt. Krankenhauses und spreche über die Pflege von alten Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt.

 

Vorträge, Interviews und Fachaufsätze:

Manchmal halte ich Vorträge, z.B. auf Tagungen oder Podiumsdiskussionen. Ich spreche mit Journalistinnen und Journalisten von Zeitung, Rundfunk oder Fernsehen, gebe Interviews über meinen Arbeitsbereich.
Außerdem schreibe ich Fachaufsätze über die demographische Entwicklung. Wenn ihr euch dafür interessiert, könnt ihr meine Aufsätze nachlesen.

Der Demographie-Aktionstag

Neben meiner Alltagsarbeit gab es im Jahr 2008 noch einen ganz besonderen Tag, einen Demographie-Aktionstag. Du kannst hier einen Bericht von dieser spannenden Veranstaltung lesen und dabei noch mehr über meine Arbeit und das Thema Demographie erfahren:


Viele Aktionen zum Thema Demographie
- oder wie Kinder mehr Chancen für eine bessere Zukunft bekommen

Safinaz wehrt einen Angriff von Daniel ab

 

Safinaz ist elf Jahre alt und ganz schön stark. Als Daniel sie angreift, packt sie den Jungen einfach an den Armen und wirft ihn zu Boden. Keine Angst, Daniel und Safinaz verstehen sich prima. Die beiden führen beim Demographie-Aktionstag in Bielefeld nur einige Selbstverteidigungs- und Kampfsport-Übungen vor.

Demographie-Aktionstag - was ist denn das?

Das Erste Deutsche Fernsehen, also die ARD, hat zu diesem Aktionstag im April 2008 aufgerufen, um das Demographie-Thema überall bekannt zu machen. Ganz viele Städte haben mitgemacht, auch Bielefeld. Die Demographiebeauftragte Susanne Tatje hat viele Leute eingeladen, die sich Gedanken über den demographischen Wandel gemacht haben. Es gab jede Menge Aktionen, Vorträge, Diskussionen, einen Stadtrundgang, Fotos wurden ausgestellt, Sportdarbietungen gezeigt und ein Theaterstück aufgeführt.

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Und was haben Safinaz und Daniel damit zu tun?

Ganz einfach. Safinaz und Daniel sind Mitglieder im Bielefelder Verein "Songokus Taekwondo". Dort trainieren viele Kinder aus ganz unterschiedlichen Ländern. Sie kommen zum Beispiel aus der Türkei, Griechenland, Polen, Italien oder Russland.
In Zukunft leben in Deutschland immer mehr Zuwanderer. Das ist ein Aspekt des demographischen Wandels, und das haben die Kinder beim Demographie-Aktionstag deutlich gemacht. Im Sportverein haben Kinder unterschiedlicher Herkunft zusammen Spaß, sie finden neue Freunde und verstehen sich trotz mancher Sprachprobleme. Und natürlich lernen die Kinder beim Sport auch die deutsche Sprache.
"Im Sport wird multikulturelles Miteinander gelebt", sagt Karl-Wilhelm Schulze, der Geschäftsführer vom Stadtsportbund Bielefeld. Über den Sport finden Kinder und Jugendliche einen Platz in unserer Gesellschaft und fühlen sich hier nicht mehr so fremd. Das nennt man Integration, und dabei spielt der Sport eine wichtige Rolle, sagt Karl-Wilhelm Schulze.

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Weniger Kinder, mehr alte Menschen

Bei dem Aktionstag haben noch viele andere junge Menschen mitgemacht. Kinder und Senioren haben zusammen Tänze aufgeführt und auf eine weitere Entwicklung des demographischen Wandels aufmerksam gemacht: Es werden weniger Kinder geboren und es gibt mehr alte Menschen in der Stadt.

Schule und Bildung

Ein Schwerpunkt beim Aktionstag war das Thema Schule und Bildung. Nur wenn junge Menschen gut ausgebildet sind, haben sie gute Zukunftsperspektiven, sagte die ZEIT-Journalistin Elisabeth Niejahr bei einer Diskussion. Und weil immer weniger Kinder geboren werden, ist ihre Ausbildung besonders wichtig. Schließlich müssen diese Kinder in Zukunft dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft funktioniert. Die Journalistin wünscht sich darum, dass die Situation in Kindertagesstätten und Schulen verbessert wird. Das heißt zum Beispiel, dass Erzieherinnen gut qualifiziert sind, die Klassen nicht so groß sind und Lehrer Zeit für jeden einzelnen Schüler haben.

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Wie sieht es in Deiner Schule aus? Können sich die Lehrkräfte um alle Kinder kümmern und Deine Fragen ausreichend beantworten? Oder wünschst Du Dir manchmal mehr Unterstützung?


Frau Tatje

Kinder haben unterschiedliche Bildungschancen

Bildung hört auch nicht mit der Schule auf. Wir lernen ein Leben lang und müssen uns weiterbilden, betonen Vertreter von Firmen. Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn die weltweite Konkurrenz ist groß. Allerdings haben nicht alle Kinder die gleichen Bildungschancen. Kinder aus Zuwandererfamilien sind oft benachteiligt. Darum ist es wichtig, diese Kinder zu fördern, zum Beispiel in Ganztagsschulen, durch Sprachkurse oder indem man die Eltern unterstützt.
Du siehst, der demographische Wandel hat ganz viele Seiten, und er betrifft auch Dich und Dein Leben. "Vor allem", sagt die Bielefelder Demographiebeauftragte Susanne Tatje, "können wir alle dazu beitragen, diesen Wandel zu gestalten und die Chancen zu nutzen."

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