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Bitte vorlesen! - Eine Aktion am Vorlesetag

Die Demographiebeauftragte liest Kindern in Bielefeld vor

Kennt Ihr das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten? Die Jungen und Mädchen im Kinderhaus der evangelischen Lydia-Gemeinde rufen laut "Jaaaaa." Und sie freuen sich riesig, dass Susanne Tatje ihnen die Geschichte heute noch einmal vorliest. Am bundesweiten Vorlesetag kam die Demographiebeauftragte der Stadt Bielefeld als Vorleserin in die Kita im Bielefelder Westen und verbrachte eine Stunde mit der Delphin-Gruppe. Das sind die fünf- und sechs-jährigen Kinder, die demnächst in die Schule kommen.

Zuerst aber stellt sich ein Gast natürlich vor.
"Ich arbeite im Bielefelder Rathaus", erzählt Susanne Tatje.
"Da waren wir schon mal mit dem Kindergarten", ruft ein Mädchen.
Prima.
Und was macht eine Demographiebeauftragte im Rathaus?
"Ganz einfach. Ich beschäftige mich zum Beispiel damit, wie viele Menschen in Bielefeld leben, wie viele Kinder geboren werden und wie viele Kinder in die Schule kommen."
Jetzt aber bitte vorlesen!

Gebannt lauschen die Kinder, wie sich Esel, Hund, Katze und Hahn auf den Weg nach Bremen machen, um Stadtmusikanten zu werden. Ihre Herren wollen die alten Tiere nämlich loswerden und sie denken: Etwas Besseres als den Tod finden wir überall. Immer wieder macht Susanne Tatje beim Lesen eine Pause und zeigt die Bilder. Die Kinder kichern und lachen.
"Die Räuber haben ja Sonnenbrillen auf."
"Und da gibt es ja sogar eine Räuberin."
Das Buch ist mit lustigen, modernen Zeichnungen illustriert.

"Ich bin in der Nähe von Bremen aufgewachsen und mit dem Märchen der Bremer Stadtmusikanten groß geworden", erzählt Susanne Tatje. Und sie verrät auch, was sie an der Geschichte so toll findet. "Das Märchen zeigt, was man in einer ausweglos scheinenden Situation erreichen kann, wenn man sich zusammen schließt. Dann gelingt es sogar, die Räuber zu vertreiben und eine neue Heimat zu finden.“

Gebanntes Zuhören

Gebanntes Zuhören

Außerdem greife das Märchen die Frage auf, wie wir mit alten Menschen umgehen, die angeblich nichts mehr leisten können - im Buch sind das die Tiere. Und diese Frage hat wiederum viel mit der Arbeit von Susanne Tatje im Bielefelder Rathaus zu tun. Denn sie kümmert sich nicht nur darum, wie viele junge Menschen es in Bielefeld gibt, sondern auch wie viele ältere und wie sie gut in der Stadt leben können.

Kleine Pause, die zweite Gruppe ist dran. Noch einmal hören rund zehn Schulkinder der Vorleserin zu und kommen mit ihr ins Gespräch. "Meine Mama kommt auch aus Bremen", erzählt ein Mädchen. Einige Kinder kennen auch das Denkmal von den Stadtmusikanten in Bremen. Nach der Vorlesestunde im Kinderhaus ist Susanne Tatje begeistert und nimmt sich vor: Kindern Geschichten vorlesen - das mache ich jetzt öfter. Denn Vorlesen fördert Sprache und Ausdrucksfähigkeit. Und das ist wichtig, damit Kinder in der Schule gut lernen und im späteren Leben erfolgreich sein können.

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